Geständnis

Ich bin Sozialdemokrat.

Ich bin sogar Mitglied der SPD, mit voller Überzeugung und
im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte. 😉

Was eigentlich ein bloßes Bekenntnis meiner Grundüberzeugung und Auskunft über meine politische Zugehörigkeit sein sollte, gerät momentan leicht zu einer Aussage, die vielfältige negative Reaktionen hervorruft. Die Sozialdemokratie ist nicht en vogue zur Zeit. Viele empfinden sie als veraltet, unflexibel und einen Hemmschuh für die wirtschftliche Entwicklung. Andere wiederum sehen in Sozialdemokraten Verräter an der sozialen Sache, die ihre eigentliche Motivation, die Lebensumstände der Benachteiligten unserer Gesellschaft zu verbessern, sträflich missachten.

Schön, könnte man da sagen. Wenn unsere Haltung von diesen beiden gegensätzlichen Positionen her kritisiert wird, dann können wir damit doch gar nicht so falsch liegen. Dumm nur, dass diese beiden Positionen zu einem großen Teil auch innerhalb der Sozialdemokratie vertreten werden, in Deutschland vor allem innerhalb der SPD als der Urheimat der Sozialdemokratie.

Gemeinsam geteilte Grundüberzeugung

Wir Sozialdemokraten sind in der Gefahr, unseren Kern gemeinsam geteilter Grundüberzeugungen zu verlieren. So wird aus einem vielfältigen Spektrum der persönlichen Grundüberzeugungen, das jede große politische Bewegung kennzeichnet, ein Sprengsatz, der unsere Bewegung spaltet und letztlich in viele Einzelbewegungen aufspaltet.

Ganz offensichtlich genügt es heute nicht zu sagen, „Ich bin Sozialdemokrat„, um deutlich zu machen, was genau der Kern meiner Grundüberzeugungen ist. Leider genügt es mittlerweile auch noch weniger, als es das jemals getan hat, um deutlich zu machen, welcher politischen Partei ich angehöre.

Dieses Blog soll daher dazu dienen, aus meinem Geständnis „Ich bin Sozialdemokrat“ ein Bekenntnis darüber zu machen, welche persönlichen Grundüberzeugungen damit verbunden sind. Es würde mich freuen, wenn sich andere Menschen veranlasst sähen, hier mit mir über dieses Thema zu diskutieren. Vielleicht gelingt es ja sogar, eine Diskussion mit anderen Sozialdemokraten zu etablieren und jenen gemeinsam geteilten Kern der Grundüberzeugungen zu stärken, der nowendig ist, um die SPD auch weiterhin zu jener treibenden politischen Kraft zu machen, die sie immer gewesen ist.