Die Ergebnisse für die AfD: Symptom für einen Trauerprozess?

Gedanken an einem denkwürdigen Wahlabend, inspiriert von dem Artikel „Wie ich auszog, die AfD zu verstehen“ von Malte Henk,  erschienen in der Zeit.

Als ich heute Nachmittag auf den Beginn der Wahlberichterstattung zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt gewartet habe, ist mir der Beitrag von Malte Henk aufgefallen. Er beschreibt dort einen interessanten Selbstversuch, mit dessen Hilfe er zu verstehen versucht, warum die AfD derzeit eine so hohe Zusimmung erhält: Mit Hilfe eines erfundenen Profils auf Facebook gab sich Henk als ein AfD-nahes alter ego aus und kam so in Kontakt mit anderen Sympathisanten der Partei.

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Den digitalen Wandel aktiv begreifen, statt Kopf in den Sand: Netzökonomischer Käsekuchentalk bei Gunnar Sohn

Die Digitalisierung ist der Motor des Wandels, der unser aller Zusammenleben von Grund auf verändern wird. In meinem Beitrag Chancen und Risiken der Digitalisierung habe ich darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass hierzu eine politische Diskussion notwendig ist, an der sich jeder einzelne beteiligen sollte, um letztlich die Chancen nutzen und die Risiken … weiterlesenDen digitalen Wandel aktiv begreifen, statt Kopf in den Sand: Netzökonomischer Käsekuchentalk bei Gunnar Sohn

Mutig offen oder ängstlich hinter Zäunen? Europa muss sich entscheiden

Das Jahr 2015 wird in späteren Zeiten einmal als das Jahr einer historischen Zäsur betrachtet werden, der Zäsur für Europa. Was wir zur Zeit erleben, hat das Potenzial, uns alle zu verändern: Die europäischen Institutionen, aber ebenso alle Europäer, unabhängig davon, ob sie Bürger der Europäischen Union sind oder nicht. Europa hat zwei große Fragen zu beantworten, die keineswegs neu sind, die sich in diesem Jahr aber auf eine Weise zugespitzt haben, dass sie nicht länger ignoriert werden können.

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Muss Griechenland die Eurozone verlassen?

Der Pulverdampf hat sich verzogen. Ich nutze dieses Bild nicht gerne. Nur leider kommt es der Wirklichkeit nach den vergangenen Wochen am nächsten. Es waren dramatische Verhandlungen um den künftigen Umgang mit den Staatsschulden Griechenlands und einige Worte, die gefallen sind, haben tatsächlich mehr an eine kriegerische Auseinandersetzung erinnert, als an den Versuch ein ziviles Problem mit zivilen Mitteln zu lösen. Es dominieren gegenseitige Schuldzuweisungen und Drohungen. Derweil gelang es weder den politischen Vertretern Griechenlands, noch den Gläubigern, Wege aufzeigen, wie die Verschuldung Griechenlands auf ein Maß reduziert werden kann, das es dem Land ermöglicht, auf die Beine zu kommen. Europa gibt in diesen Wochen kein gutes Bild ab. Es läuft Gefahr, den letzten Rest seiner Glaubwürdigkeit zu verlieren und entfernt sich mehr denn je von seinen eigenen Idealen.

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Brief an die alte Tante

Liebe Tante! Es macht mich traurig, zu sehen, wie schlecht es Dir gerade geht. Klar mit Deinen hundertfünfzig Jahren auf dem Buckel hast Du schon so einiges überstanden. Und warum solltest Du nicht auch Deine momentanen Unpässlichkeiten überwinden können? Einfach Kurs halten, das war ja schon immer Deine Devise. Aber bist Du Dir sicher, dass … weiterlesenBrief an die alte Tante

Patt in der Eurokrise – wie geht es weiter?

Anfang des Jahres schien es einen Moment lang Grund zur Erleichterung zu geben : Griechenland einigte sich mit der Eurogruppe, das Hilfsprogramm bis zum 30. Juni dieses Jahres zu verlängern. Der Bankrott des griechischen Staates war damit zunächst abgewendet. Die damalige Einigung auf eine Verlängerung des Verfahrens war allerdings keine Einigung in der Sache. Das Problem … weiterlesenPatt in der Eurokrise – wie geht es weiter?

Es ist wichtig, dass wir zusammenstehen – in ganz Europa!

Erneut haben gewissenlose Wirrköpfe mit skrupelloser Gewalt auf den Pluralismus und die Liberalität der westlichen Gesellschaft reagiert. In Kopenhagen mussten bei Schüssen in einem Kulturzentrum und einer Synagoge zwei Menschen sterben, weitere wurden verletzt. Die Tat macht mich traurig und wütend. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer. Gleichzeitig sehe ich uns alle … weiterlesenEs ist wichtig, dass wir zusammenstehen – in ganz Europa!

Der reine Fortbestand reicht nicht

Vergangene Woche hat die Bundeskanzlerin in einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die Aufgabe der Politik betont, vernünftige Rahmenbedingungen für eine funktionierende Wirtschaft zu setzen und dabei eine vermeintlich selbstverständliche Wahrheit ausgesprochen: „Wir brauchen Jobs. Arbeitsplätze müssen in Bereichen entstehen, die auch langfristig hochqualifizierte Beschäftigung versprechen.“ Es ist ein Satz, der auch von vielen … weiterlesenDer reine Fortbestand reicht nicht

Auch ich bin Charlie Hebdo!

Es ist so einfach, dass es eigentlich nicht weiter erklärungsbedürftig sein dürfte: Wir sind eine Zivilgesellschaft. Das bedeutet, alle, die sich dieser Gesellschaft zugehörig fühlen, haben den Konsens, friedlich miteinander umzugehen. Selbstverständlich ist jeder bereit, auf Gewalt zu verzichten. Das alleinige Recht, in notwendigen Fällen Gewalt auszuüben, hat der Staat (mit engen Ausnahmen, wenn sich … weiterlesenAuch ich bin Charlie Hebdo!

Warum wir jetzt eine „Große Koalition“ haben

Das Mitgliedervotum in der SPD hat ein deutliches Ergebnis. Drei Viertel der gültigen abgegebenen Stimmen sind für eine „Große Koalition“. Damit ist zunächst einmal klar, dass die ausgehandelte Zusammenarbeit von CDU, CSU und SPD ihre Arbeit in Kürze beginnen wird. Obwohl meine Bedenken gegen eine Regierung mit einer derart breiten Basis an Mandaten im Bundestag damit noch keineswegs ausgeräumt sind, akzeptiere ich als Demokrat selbstverständlich den mehrheitlichen Willen meiner Parteifreunde. Es bleibt natürlich die Frage, warum am Ende nur knapp ein Viertel derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, gegen die ungeliebte „Große Koalition“ gestimmt haben. Ich möchte im Folgenden gerne den Versuch einer Erklärung wagen.

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