Mein europäisches Versprechen: Zurück zu den Ursprüngen, für alle Menschen, überall

Als ich von der Blogparade „Mein europäisches Versprechen“ erfahren habe, die Johannes Korten gemeinsam mit Jochen Gerz initiiert hat, war ich gleich interessiert. Mit der Idee eines friedlich geeinten Europa kann ich mich sehr gut identifizieren. Ich bin überzeugter Europäer und nach den Anschlägen in Paris war es mein Bedürfnis, diese Überzeugung – jetzt erst recht! – öffentlich zu bekunden. Als ich dann aber begonnen habe, meinen Beitrag zur Blogparade zu verfassen, bin ich schnell ins Stocken geraten. Nicht etwa, weil meine Überzeugung für Europa oder meine Sympathie für die Menschen in Frankreich nachgelassen hätten, sondern weil ich Schwierigkeiten hatte, meine Gedanken zu Europa in eine einzelne Aussage zu komprimieren, noch dazu in eine Aussage, die eine verbindliche Zusage an Europa enthält. Mein europäisches Versprechen: Zurück zu den Ursprüngen, für alle Menschen, überall weiterlesen

Brief an die alte Tante

Liebe Tante!

Es macht mich traurig, zu sehen, wie schlecht es Dir gerade geht. Klar mit Deinen hundertfünfzig Jahren auf dem Buckel hast Du schon so einiges überstanden. Und warum solltest Du nicht auch Deine momentanen Unpässlichkeiten überwinden können? Einfach Kurs halten, das war ja schon immer Deine Devise. Aber bist Du Dir sicher, dass Du so wieder auf die Beine kommst?

Die Symptome kennst Du sicherlich bereits von früheren Erkrankungen: Beschlüsse, die Du gefasst und in die Tat umgesetzt hast, werden Dir als Verrat an den Menschen angekreidet, deren Wohl Dir eigentlich besonders am Herzen liegt. Andere Ergebnisse Deiner Bemühungen, die eigentlich Erfolge sind, werden als unzureichend abgetan. Offenbar kannst Du es niemandem recht machen und das zeigt sich dann auch darin, dass Du nicht die Zuneigung erhältst, die für Dich als demokratische Partei nunmal überlebenswichtig ist. Ich kann verstehen, dass Du deswegen Bitterkeit empfindest, schließlich hast Du ja nur Deine Pflicht getan.

Verständlich ist auch Deine Hoffnung, dass am Ende schon genügend Leute die Lauterkeit Deiner Absichten erkennen und sich Dir wieder wohlwollend zuwenden werden. Ich fürchte nur, Du wirst Deine momentane Erkrankung so nicht überwinden können. Mir scheint, dass Deine Probleme dieses mal tiefer liegen.

Ich bin mir sehr sicher, was Dich gerade schwächt, ist der Beginn von Veränderungen epochalen Ausmaßes, die sich aufgrund der technischen Revolution infolge der Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsabläufen bereits seit einiger Zeit ankündigen. Gerade für Dich, die stolze, traditionsbewusste Arbeiterpartei, die sich über die Jahre bereits zu einer Streiterin für die Interessen aller Benachteiligten in der Gesellschaft entwickelt hat, bedeutet das, was wir alle gerade erleben, eine besondere Herausforderung.

Es ist nicht weniger, als die Basis Deiner Existenz, die Du gerade wegbröckeln siehst: Die Erwerbsarbeit als die entscheidende Grundlage für sämtliche gesellschaftlichen und sozialen Einrichtungen ist dabei, ihre zentrale Stellung einzubüßen. Mit dem Niedergang der Erwerbsarbeit verbunden ist ausgerechnet die Schwächung der Menschen, die Dich all die Jahre getragen, geprägt und stark gemacht haben. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfahren immer stärker und immer öfter, dass ihre Tätigkeit verzichtbar wird. Auf der Strecke bleibt ihre Verhandlungsmacht beim Aushandeln der Arbeitsbedingungen und allzu oft auch die Wertschätzung, die sie erfahren.

Nein, ich fürchte, was Du gerade erlebst, ist keine vorübergehende Unpässlichkeit, sondern eine schwere, lebensgefährliche Erkrankung. Wenn es Hoffnung geben soll, dass Du sie überstehst, musst Du das zunächst einmal selbst erkennen. Ein Stück weit wirst Du Dich auch selbst neu erfinden müssen. Wenn Dir das aber gelingt, hast Du allerbeste Chancen, auch die nächsten hundertfünfzig Jahre tatkräftig mitzugestalten.

Ich hoffe jedenfalls dass es Dir gelingt, denn es sind gerade Deine Urerfahrungen, die jetzt dringend benötigt werden. Erinnerst Du Dich noch an Deine Anfangstage? Es war eine technische Revolution, ähnlich wie heute, die es notwendig machte, die gesellschaftliche Zusammenarbeit der Menschen völlig neu zu erfinden. Die Perfektionierung der Dampfmaschine und die neuen Möglichkeiten durch die Nutzung der Elektrizität hatten die alten handwerklich geprägten Strukturen in der Produktion von Waren mit ihren überschaubaren und fast familiären Dimensionen ineffizient werden lassen. Größe und Zentralisierung war auf einmal gefragt und führte dazu, viele Menschen zu entwurzeln, Familien wurden auseinandergerissen.

Du hast erkannt, dass ohne eine vernehmbare Stimme für die Vielen, die nichts hatten außer ihrer Arbeitskraft, eine soziale Katastrophe drohte. Du hast die damals ungeheuerliche Forderung gestellt, die uns heute so selbstverständlich erscheint: Jedem Menschen muss es möglich sein, ein Leben in Würde zu führen! Eine Gesellschaft, die das nicht gewährleistet, muss zugrunde gehen und ist es auch nicht wert, bewahrt zu werden.

Eine mindestens ebenso große Herausforderung stellt sich auch heute wieder. Nur wird die Situation noch dadurch komplizierter, dass es die von Dir maßgeblich mitgeprägten Strukturen der Arbeitsgesellschaft sind, die aufgrund der rasenden technischen Entwicklung nicht mehr in der Lage sind, allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Lange Zeit waren diese Strukturen ja auch richtig und es galt der Satz, dass nur die Wirtschaft brummen und die Schlote rauchen mussten, um allen Menschen das bestmögliche Leben zu ermöglichen. Noch die Agenda 2010 war ja der Ausdruck dieses Vertrauens in die Kraft der Erwerbsarbeit.

Du wirst erkennen müssen, dass dieses Vertrauen unter den veränderten Bedingungen nicht mehr ausreicht. Die grundlegenden Strukturen werden nicht so bleiben können, wie sie sind, auch wenn konservative Kräfte im politischen Spektrum derzeit immense Zuläufe haben weil sie gerade das behaupten. Was bleibt, ist Deine ursprüngliche Forderung. Es muss jedem Menschen möglich sein, ein Leben in Würde zu führen! Deine Aufgabe ist es, in dem gesellschaftlichen Umbruch, der längst begonnen hat, genau diese Forderung immer und immer wieder zu erheben. Du wirst sehen, genau das ist auch die Kur, mit der Du Deine Krankheit überwinden wirst.

Alles Gute wünscht Dir Dein Neffe

Thomas

Die Zukunft des Internets – von der Notwendigkeit der Kommunikation

Auf der Website businesinsider.com ist kürzlich ein interessanter Artikel erschienen, der sich mit der Zukunft des Internets befasst. Urheber des Artikels ist der amerikanische Industrieverband „National Cable & Telecommunications Association (NCTA)“.  Er zitiert einige in den USA anerkannte Experten zu diesem Thema mit Aussagen darüber, wie sich die Nutzung des Internet innerhalb der kommenden fünf, zehn und fünfzehn Jahre verändern könnte und wie sich das gesellschaftlich auswirken könnte. Ich möchte ein paar Aussagen des Artikels aufgreifen, allerdings unter dem erweiterten Blickwinkel der Kommunikation.

Die Vorhersagen der Experten

Bereits im Jahr 2013 sagte der Vorstandsvorsitzende von Google, Eric Schmidt, vorher, es werde innerhalb von fünf Jahren allen Menschen weltweit möglich sein, Zugang zum Internet zu erhalten. In zehn Jahren werden nach Ansicht des Internetpioniers David Hughes die Menschen virtuelle Staaten gründen, die sich nicht mehr territorial, sondern nach gemeinsamen Interessen definieren. Die amerikanische Professorin Nicole Ellison wird mit der Erwartung zitiert, dass sich die Menschen aufgrund der zunehmenden Vernetzung auch die weltweit sehr unterschiedlich verteilten Chancen auf ein gutes Leben stärker bewusst machen werden, was die meisten als eine nicht hinnehmbare Ungerechtigkeit empfinden werden. In fünfzehn Jahren erwartet der amerikanische Blogger George Dvorski gar die Anbindung des Weltraums an das irdische Internet.

Utopien? Aber durchaus realistische!

Für viele Leser mag sich das jetzt allzu utopisch anhören, einiges davon halte ich aber für durchaus realistisch. Den Bedeutungsverlust von Nationalstaaten kann ich zum Beispiel gut nachvollziehen, wenn ich auch bei den Strukturen, die da neu entstehen, nicht von Staaten sprechen möchte. Entscheidend ist die Kommunikation. Menschen, die miteinander kommunizieren und bestimmte Interessen teilen, entwickeln nahezu automatisch ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Da die weltweite Kommunikation zumindest technisch nicht mehr an nationale Grenzen gebunden ist, werden es auch die neuen emotionalen Verbindungen nicht sein. Die logische Folge ist, dass die Begrenzung durch die Nationalstaaten mehr und mehr in Frage gestellt wird. Ebenso halte ich die Schlussfolgerung von Professor Ellison, die Welt werde zu einem emphatischeren Ort werden, für plausibel. Menschen, die miteinander emotional verbunden sind, haben ein gegenseitiges Interesse am Wohlbefinden des jeweils anderen.

Die Entwicklungen, die nach fünfzehn Jahren vorhergesagt werden, finde ich dagegen etwas einfallslos. Die digitale Vernetzung auch ins Weltall auszudehnen, halte ich für nicht sehr sinnvoll, solange sich der Lebensraum der Menschen mit Ausnahme der Besatzung einiger Raumstationen ausschließlich auf der Erde befindet. Aber der Artikel fordert auch alle auf, eigene Gedanken und Utopien zu entwickeln.

Wenn schon rumspinnen, dann sinnvoll

Meine Utopie setzt an dem Problem an, dass die Kommunikation über Grenzen hinweg bis zum heutigen Tag so limitiert ist, weil die Menschen einander schon rein sprachlich nicht verstehen. Wenn die weltweite digitale Vernetzung tatsächlich zu vermehrter weltweiter Kommunikation und so zu weltweiter Verbundenheit der Menschen führen soll, müssen sich die Menschen gegenseitig verstehen. Verstehen bedeutet dabei nicht die reduzierte Art von Verständnis, wenn jemand eine Sprache spricht, die nicht seine Muttersprache ist, sondern ein tiefer gehendes Verständnis auch für Zwischentöne.

Das soll nicht bedeuten, dass die Zahl der Sprachen, die auf der Welt gesprochen werden, reduziert werden müsste. Es dürfte auch wenig aussichtsreich sein, sich auf eine der gesprochenen Sprachen als „Weltsprache“ zu einigen. Letztlich werden die Menschen aber nicht umhin können, etwas für das gegenseitige Verstehen zu tun. Warum sollte es nicht möglich sein, die heute verfügbare Technologie  weiter zu entwickeln und damit einen ähnlichen Effekt zu erreichen, wie das Lebewesen, das Douglas Adams in „Per Anhalter durch die Galaxis“ den Babelfisch genannt hat? Es ist gewiss satirisch gemeint, wenn Adams beschreibt, dass man sich den Babelfisch ins Ohr einsetzt, damit der sich dann von Hirnwellen ernährt und Bedeutung telepathisch wieder aussendet. Genial gedacht ist es allemal, denn so könnten alle ihre eigene Sprache sprechen und einander trotzdem verstehen.

Ist eine solche Utopie nicht viel sinnvoller, als Glasfaserkabel auf dem Mars zu verlegen?

Der reine Fortbestand reicht nicht

Vergangene Woche hat die Bundeskanzlerin in einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die Aufgabe der Politik betont, vernünftige Rahmenbedingungen für eine funktionierende Wirtschaft zu setzen und dabei eine vermeintlich selbstverständliche Wahrheit ausgesprochen: „Wir brauchen Jobs. Arbeitsplätze müssen in Bereichen entstehen, die auch langfristig hochqualifizierte Beschäftigung versprechen.“

Es ist ein Satz, der auch von vielen anderen Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft nahezu täglich zu hören ist. Was ist aber, wenn dieser Satz gar keine selbstverständliche Wahrheit ist, sondern das eigentliche Problem beschreibt, das es zu lösen gilt? Die Gleichung „funktionierende Wirtschaft ist gleich genügend Arbeitsplätze ist gleich Wohlstand für alle“ war ja im zwanzigsten Jahrhundert sehr wohl gültig. Aber ist sie deswegen tatsächlich ein unverrückbares Naturgesetz?

Nicht das Ende der Entwicklung

Wer in diesem Blog schon mal den einen oder anderen Artikel gelesen hat, wird wissen, dass ich die vorangegangene Frage mit „Nein“ beantworte. Den Tauschhandel Arbeitskraft gegen Geld in den Mittelpunkt aller gesellschaftlichen Regeln zu stellen, ist in der Geschichte der Menschheit tatsächlich das vorläufige Ende einer langen Entwicklung. Es ist gewiss nicht erstrebenswert, den derzeitigen Stand der Entwicklung gegen einen früheren einzutauschen, die Betonung muss aber auf dem Wort „vorläufig“ liegen. Jede Epoche hatte ihre spezifische Art und Weise, die einzelnen Menschen in eine arbeitsteilige Gesellschaft einzubinden. Wie das im Einzelnen aussah, war immer auch davon abhängig, welche technischen Möglichkeiten zur Verfügung standen, Ziele gemeinsam zu erreichen.

Der Einfluss technologischer Entwicklung

Das Aufkommen neuer technologischer Möglichkeiten hat deswegen immer auch gesellschaftliche Veränderungen nach sich gezogen. Leider haben sich solche Veränderungen in der Vergangenheit oft nicht problemlos vollzogen, sondern haben vielen Menschen zunächst einmal Probleme bereitet, die auch existenzbedrohend sein konnten. Das hat immer allgemein zu Verunsicherung geführt und existenziell verunsicherte Menschen neigen – damals wie heute – dazu, ihre schlechtesten Eigenschaften zu zeigen.

Die Welt befindet sich gerade inmitten zweier neuer technischer Revolutionen, deren Ausmaße erst beginnen, sich abzuzeichnen:

  • Die rasant fortschreitende Automatisierung immer komplexerer Handlungsabläufe wirft, anders als frühere technische Neuerungen, nicht mehr nur die Frage auf, wie Menschen besser zusammenarbeiten können, um die materiellen Grundlagen des Lebens zu schaffen. Die Frage ist heute, wo und in welchem Umfang eine Zusammenarbeit von Menschen überhaupt noch notwendig ist.
  • Die radikal verbesserten Möglichkeiten der digitalen Kommunikation lassen Menschen näher zueinander rücken und schaffen eine weltweite Öffentlichkeit, ohne sich auf ein bereits vorhandenes gemeinsames Verständnis von der Art und Weise eines Zusammenlebens stützen zu können.

Gesellschaftliche Zusammenarbeit neu denken

Beide genannten technischen Revolutionen werden es – eher früher als später – notwendig machen, grundlegend neue Formen einer gesellschaftlichen Zusammenarbeit zu finden. Die Tätigkeit von Menschen wird sich anderen Aufgaben widmen, als das bis heute der Fall ist. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die als Existenzgrundlage benötigten Güter für die Menschen verfügbar werden, auch wenn zu deren Herstellung immer weniger Menschen tätig werden müssen. Das alles kann nicht mehr nur auf die bisher maßgeblichen nationalen und kontinentalen Grenzen bezogen geschehen, sondern es ist unerlässlich, globales Handeln auch mit seinen gesamten globalen Auswirkungen zu betrachten.

Bislang eher Verunsicherung

Die politischen Akteure haben ganz offensichtlich die veränderten und sich weiter verändernden Rahmenbedingungen bislang genau so wenig zur Kenntnis genommen (geschweige denn verstanden), wie weite Teile der Bevölkerung. Lediglich die Verunsicherung ist allenthalben groß. Man kann die Bereitschaft vieler Menschen, sich fanatischen religiösen Predigern zuzuwenden, oder reflexhaft alles ihnen Unbekannte abzulehnen, in diese Richtung interpretieren.

Die politisch Verantwortlichen müssen in der Tat ihrer Aufgabe gerecht werden und „die richtigen Rahmenbedingungen setzen“, insofern stimme ich der Kanzlerin zu. Die Lösung der Probleme kann aber nicht alleine in der Stabilisierung der Arbeitsgesellschaft in ihrer hergebrachten Form liegen, wie es in Deutschland seit der Durchführung der Agenda 2010 geschieht und wie es anderen europäischen Staaten verordnet worden ist.

Reine Notfallpolitik wird nicht ausreichen

Dies ist eine reine Notfallpolitik. Immerhin ist es mit ihrer Hilfe bislang gelungen, wichtige Institutionen wie die Sozialversicherungssysteme kurzfristig in ihrem Bestand zu sichern und öffentliche Haushalte zu sanieren. Es wird dagegen künftig nicht gelingen, diese Institutionen leistungsfähig zu erhalten, wenn ihr Bestand nur um den Preis gesichert werden kann, ihren Nutzen für den Einzelnen weiter einzuschränken. Genau das ist aber zu befürchten, wenn weiterhin alle gesellschaftlichen Institutionen hauptsächlich darauf ausgerichtet sind, durch bezahlte Arbeitsleistung die Existenz jedes Einzelnen sicherzustellen, denn es wird nicht mehr genügend Arbeitsplätze geben, die auch angemessen bezahlt werden. Es wird dann immer weniger vorteilhaft sein, das System weiter aufrecht zu erhalten; es wird sich schließlich sogar nachteilig auswirken.

Spätestens dann werden sich Veränderungen automatisch ergeben, können aber nicht mehr gestaltet werden. Durch Sparmaßnahmen und Notprogramme ist es möglich, Zeit zu gewinnen. Es ist aber fahrlässig, diese Zeit nicht zu nutzen, um gesellschaftliche Zusammenarbeit zum Wohle aller neu zu erfinden.

Religionen? Staaten? Menschen!

In den vergangenen Tagen ist viel darüber gesprochen und geschrieben worden, welche Religionen nun zu Deutschland gehören und welche nicht. Den Meinungsstand, der sich dabei offenbart, kann man als einen Fortschritt interpretieren, gemessen daran, wo die Debatte begonnen hat. Es ist wohl inzwischen mehrheitlich anerkannt, dass „der“ Islam als eine der in Europa prägenden Religionen auch in Deutschland irgendwie dazu gehört. Vor nicht allzu langer Zeit wäre eine solche Aussage sicherlich undenkbar gewesen. Es ist damals im Gegenteil überhaupt nicht als abwegig erschienen, die heutige Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Religionen anhand der Begriffe Katholizismus und Protestantismus zu führen. Derartige Verwirrungen gehören für die allermeisten glücklicherweise der Vergangenheit an. Der gesellschaftlichen Realität wird jedoch auch der jetzige Stand der Debatte nicht gerecht.
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Chancen und Risiken der Digitalisierung

Gedanken zum Artikel „Die Digitalisierung macht uns arbeitslos – zum Glück!“ von Stephan Dörner im t3n-Magazin.

In seinem lesenswerten Artikel vergleicht Stephan Dörner die technischen Veränderungen im Zuge der rasanten Verbesserung der Leistungsfähigkeit digitaler Technologien mit den Umwälzungen nach der Erfindung der Dampfmaschine und der dadurch ausgelösten industriellen Revolution . Zu recht kritisiert er die defensive Reaktion darauf von Entscheidungsträgern in Kultur, Wirtschaft und Politik, die er mit der Haltung der Maschinenstürmer vergleicht, die im 19. Jahrhundert die damals neuartigen Maschinen und Fabriken zerstörten, um sich so vermeintlich die Arbeitsweise zu bewahren, die sie kannten. Bekanntermaßen konnte die technische Entwicklung nicht aufgehalten werden, folgte der Industrialisierung die Emanzipation der Arbeiterklasse, gestützt auf Gewerkschaften und sozialistische Parteien (und diejenigen, die sich daraus entwickelt haben). Konsequent betont Dörner auch die Chancen der Automatisierung und Digitalisierung, vorausgestzt es gelingt, die Früchte der Automatisierungsdvidende, das heißt die immer weiter wachsende Wertschöpfung durch autonom arbeitende Maschinen, gerecht zu verteilen.

So sehr ich mit dieser Analyse übereinstimme, so sehr befürchte ich, dass die Konsequenzen daraus sehr viel leichter ausgesprochen als umgesetzt sind.
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Podcast: Sozialgespräch mit Christian Müller

Mit Christian Müller (sozial-pr.net), dem Gastgeber der Sozialgespräche, kann man sich immer wieder auf das Angenehmste über alle möglichen Themen unterhalten. Ein Gespräch über die Folgen der sich immer weiter verbessernden Leistungsfähigkeit der Maschinen – aber auch deren Möglichkeiten – haben wir zu einem Podcast mitgeschnitten. Unter dem Titel „Soziale Gerechtigkeit in der Post-Arbeitsgesellschaft“ kann man sich das anhören.
Vielen Dank Christian!

E-Book: Das Problem der Arbeitslosigkeit

Es ist geschafft! Unter wertvoller Mithilfe meiner Frau Annette Schwindt ist aus meiner Artikelserie „Das Problem der Arbeitslosigkeit“ ein zusammenhängender Text entstanden, der hier kostenlos heruntergeladen werden kann:

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Das Problem der Arbeitslosigkeit Teil XXXVIII (Meine Wünsche an die SPD)

Im vorangegangenen Blogpost habe ich aus meinen bisherigen Überlegungen zum Problem der Arbeitslosigkeit die Folgerung für die allgemeine Politik gezogen. Zum Abschluss meiner Überlegungen möchte ich nun noch darlegen, was ich mir von meiner Partei, der SPD wünsche.

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Das Problem der Arbeitslosigkeit Teil XXXVII (Habt Mut zu einer offenen Diskussion)

Nach meinen Überlegungen, wie ein sozial gerechtes, dem Gemeinwohl verpflichtetes Wirtschafts- und Sozialsystem in Zukunft wohl aussehen könnte, stellt sich natürlich die Frage, was das denn jetzt für die konkrete Politik bedeuten könnte, die sich auch mit dem Problem der Arbeitslosigkeit auseinander zu setzen hat.

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