Geständnis

Ich bin Sozialdemokrat.

Ich bin sogar Mitglied der SPD, mit voller Überzeugung und
im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte. 😉

Was eigentlich ein bloßes Bekenntnis meiner Grundüberzeugung und Auskunft über meine politische Zugehörigkeit sein sollte, gerät momentan leicht zu einer Aussage, die vielfältige negative Reaktionen hervorruft. Die Sozialdemokratie ist nicht en vogue zur Zeit. Viele empfinden sie als veraltet, unflexibel und einen Hemmschuh für die wirtschftliche Entwicklung. Andere wiederum sehen in Sozialdemokraten Verräter an der sozialen Sache, die ihre eigentliche Motivation, die Lebensumstände der Benachteiligten unserer Gesellschaft zu verbessern, sträflich missachten.

Schön, könnte man da sagen. Wenn unsere Haltung von diesen beiden gegensätzlichen Positionen her kritisiert wird, dann können wir damit doch gar nicht so falsch liegen. Dumm nur, dass diese beiden Positionen zu einem großen Teil auch innerhalb der Sozialdemokratie vertreten werden, in Deutschland vor allem innerhalb der SPD als der Urheimat der Sozialdemokratie.

Gemeinsam geteilte Grundüberzeugung

Wir Sozialdemokraten sind in der Gefahr, unseren Kern gemeinsam geteilter Grundüberzeugungen zu verlieren. So wird aus einem vielfältigen Spektrum der persönlichen Grundüberzeugungen, das jede große politische Bewegung kennzeichnet, ein Sprengsatz, der unsere Bewegung spaltet und letztlich in viele Einzelbewegungen aufspaltet.

Ganz offensichtlich genügt es heute nicht zu sagen, „Ich bin Sozialdemokrat„, um deutlich zu machen, was genau der Kern meiner Grundüberzeugungen ist. Leider genügt es mittlerweile auch noch weniger, als es das jemals getan hat, um deutlich zu machen, welcher politischen Partei ich angehöre.

Dieses Blog soll daher dazu dienen, aus meinem Geständnis „Ich bin Sozialdemokrat“ ein Bekenntnis darüber zu machen, welche persönlichen Grundüberzeugungen damit verbunden sind. Es würde mich freuen, wenn sich andere Menschen veranlasst sähen, hier mit mir über dieses Thema zu diskutieren. Vielleicht gelingt es ja sogar, eine Diskussion mit anderen Sozialdemokraten zu etablieren und jenen gemeinsam geteilten Kern der Grundüberzeugungen zu stärken, der nowendig ist, um die SPD auch weiterhin zu jener treibenden politischen Kraft zu machen, die sie immer gewesen ist.

Veröffentlicht von

Thomas F. Reis

Bloggt seit 2009 darüber, wie er sich die Politik der SPD wünschen würde. Daraus entstand 2013 u.a. sein E-Book „Das Problem der Arbeitslosigkeit“. Sein Schwerpunkt-Thema ist die Zukunft der Arbeit im Zeitalter der Digitalisierung.

5 thoughts on “Geständnis”

  1. Als ein Netzbekannter deiner Frau Annette wünsche ich dir für dein Vorhaben hier viel Erfolg!

    Zu empfehlen wäre noch Twitter zu nutzen, dort tummeln sich auch einige SPDler ;-). Aber mit deiner Frau hast du ja einen Social Media Experten im Haus!

    1. Vielen Dank für die guten Wünsche zum Start. Das mit Twitter werde ich mir tatsächlich überlegen. Ich lasse mich dann von Annette beraten. 🙂

  2. „Social Media Expertin“, soso… 😉

    na dann schreite ich mal zur Tat und empfehle Dir folgende „Artverwandte“ 😉

    http://www.vorwaerts.de (Website und Blog), u.a. mit einem Artikel zum Thema „Was ist eigentlich links, Frau Schwan?“

    Zum Thema Hessen-SPD natürlich http://www.schaefer-guembel.de oder komprimierter den Feed von http://twitter.com/tsghessen

    und dann natürlich:
    http://www.spd.de/de/partei/mitmachen/sicheinmischen
    mit einer ganzen Liste von Blogs

    Jetzt musst Du diesen Kommentar wegen der vielen Links nur noch aus dem Spamordner fischen 😉

  3. Da ich es heute Abend leider nicht zum Bonner Bloggertreffen geschafft habe, gehe ich jetzt hier über die Kommentarfunktion.
    Den Ansatz für dieses Blog finde ich sehr interessant, auch die ersten Artikel, zu denen ich vielleicht auch noch das Ein oder Andere zu schreiben habe. Wie Du selbst schreibst, hat/macht die SPD es z.Zt. (sich) nicht leicht. Und ich bin sehr gespannt, wie sich dieses sog. Super-Wahl-Jahr für die SPD entwickeln wird.
    Möglichkeiten, das von Dir angesprochene Profil zu zeigen, gibt es gerade unter den derzeitigen wirtschaftlichen Bedingungen viele. Momentan sehe ich aber noch nicht, das die SPD hier grundlegend profilierter agiert, als die anderen Parteien.
    Vielleicht ist dies aber der Schlange-Kaninchen-Effekt und die Parteien (nicht nur die SPD) werden von der Wucht der Ereignisse und Zahlen quasi erschlagen. Dieses und auch nächstes Jahr sind sicher entscheidende Jahre für jede Partei, aber besonders für eine sozialdemokratische.
    Ich bin gespannt!

    1. Hallo Zeitcollector, da haben wir ja noch einen Grund, uns auf das nächste Bloggertreffen zu freuen 🙂 Auf jeden Fall bin ich mir aber nach dem ersten Überfliegen Deines Blogs sicher, dass ich mich dort noch intensiver umsehen werde.

      Thema SPD: Ja, mit/in der SPD hat man es niemals leicht…vielleicht macht das aber auch einen Teil des Reizes dieser Partei aus 😉 Gerade zu Zeiten krisenhafter Entwicklungen hat es die SPD aber auch immer wieder geschafft, in sozialer Hinsicht überzeugende Antworten zu finden. Deswegen bin ich auch weiterhin guten Mutes.

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